Musikcampus Rheinland-Pfalz. Ein Verbundprojekt der Universitäten Koblenz und Mainz

Projektverantwortliche:

Prof. Dr. Birger Petersen, birger@uni-mainz.de

Laufzeit:

01.01.2023 – 31.12.2023

Kurzbeschreibung:
Der digitale Musikcampus Rheinland-Pfalz (MCRP) stellt Studierenden und Studienbewerber:innen Materialien zum Selbstlernen, zur Vor- und Nacharbeitung und zur Prüfungsvorbereitung zur Verfügung. Er hat hohes Innovationspotential – als gemeinsames Angebot der beiden großen rheinland-pfälzischen Universitäten, die musikalische Präsenzlehre mit digitalen Komponenten nachhaltig zu verbessern. Die Pandemie hat das Potential in der digitalen Aufbereitung von Lehre und Unterrichtsmaterialien, in digitalen Lehrformen und hybriden Veranstaltungsformaten deutlich gemacht. Diese Erfahrungen greift das beantragte Projekt auf, das als hochschulübergreifende Initiative der Hochschule für Musik Mainz mit dem Institut für Musik der Universität Koblenz aufgestellt ist: Zu den Zugangsvoraussetzungen für die künstlerischen und künstlerisch-pädagogischen grundständigen Studiengänge an Musikhochschulen und Universitäten sind umfassende Vorkenntnisse notwendig. Traditionell bieten die Musikhochschulen und zunehmend auch Universitäten daher im Wettbewerb um die künstlerisch besten Nachwuchsmusiker:innen entsprechende Vorbereitungskurse an. Auf dem Musikcampus Rheinland-Pfalz sollen daher auch entsprechende Vorbereitungskurse sowie Materialien zur Verfügung gestellt werden, weil sich schon in der Pandemie gezeigt hat, dass sich durch digitale Formate der Kreis der Bewerber:innen deutlich über das Einzugsgebiet der jeweiligen Universität hinaus vergrößern lässt. Darüber hinaus machen die beteiligten Institutionen in diesem Bereich auf ihr spezifisches Studienprofil aufmerksam.
Digitale Projekt- und Lehrelemente fördern die Aktivierung der Studierenden und ermöglichen gleichzeitig ein selbstgesteuertes Lernen, das sich nicht immer am idealtypischen Studienverlaufsplan orientiert. Diese beiden während der Pandemie gewonnenen Erkenntnisse setzen die beiden rheinland-pfälzischen Institutionen, die mit der Ausbildung von Lehrkräften für das Fach Musik betraut sind, in einer umfassenden Revision der curricularen Lehr- und Lernaktivitäten um: Zentrale Lehrveranstaltungen sollen durch digitale Projektelemente wie Podcasts, Videos und virtuelle Ausstellungen ergänzt werden. Darüber hinaus sollen für die Vermittlung wichtiger Lehrinhalte u.a. Erklär- und Unterrichtsvideos produziert werden, die standortübergreifend genutzt und öffentlich zugänglich gemacht werden sollen.
Im Kontext fachdidaktischer Entwicklungsforschung entwickeln beide Standorte Unterrichtsmaterialien für den schulischen Unterricht, die auf dem aktuellen Stand der Forschung sind. Diese Materialien sollen unter einer CC-BY Lizenz über den Musikcampus publiziert werden, sodass ein direkter Transfer aus der Wissenschaftlich in die schulische Unterrichtspraxis ermöglicht wird. Hier ist die Etablierung einer Schnittstelle mit dem Schulcampus Rheinland-Pfalz geplant.
Mit der Einrichtung des Musikcampus Rheinland-Pfalz betreten die beteiligten Partner Neuland: Die geplante Hochschulallianz im digitalen Raum bündelt Ressourcen. Das neue Angebot steht nicht in Konkurrenz zu den Präsenzlehrveranstaltungen an den jeweiligen Hochschulen, sondern ist als komplementäre Ergänzung zu verstehen. Eine Realisation des Musikcampus Rheinland-Pfalz nur durch eine einzige Hochschule kann die mit der Hochschulallianz auch verbundene fachliche Standardisierung nicht gewährleisten.
Open Educational Resources, die wissenschaftlich und künstlerisch auf hohem Niveau ausgearbeitet sind, sind im Fach Musik bislang nicht verfügbar, weder für den schulischen noch für den hochschulischen / weiterbildenden Bereich. Alle Bereiche sollen durch den Musikcampus Rheinland-Pfalz bespielt werden. Zudem soll eine Schnittstelle mit dem Schulcampus Rheinland-Pfalz entstehen, bei dem die Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien eine wichtige Säule darstellt.
Schon im Verlauf der Corona-Pandemie haben die Partner untereinander Kontakt aufgenommen und sich wechselseitig Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt. Der vorgelegte Projektantrag zielt darauf, diesen Austausch zu institutionalisieren. Die beantragten Personal- und Sachmittel gewährleisten die Konzeptionierung und den Aufbau eines Musikcampus Rheinland-Pfalz, der langfristig gemeinsam von den Partnern weiterentwickelt werden soll.